Geflochtenes Haar ist keine Erfindung der letzten Jahrzehnte. In vielen Kulturen wurden Haare schon im Altertum zu Zöpfen und aufwendigen Frisuren geflochten — aus praktischen Gründen und als Zeichen von Zugehörigkeit.

Warum überhaupt geflochten wurde

Geflochtenes Haar störte bei der täglichen Arbeit nicht, verfilzte nicht und verschmutzte langsamer. Diese praktischen Vorteile gelten bis heute — sie sind der Grund, warum Flechtfrisuren als Schutzfrisuren funktionieren.

Cornrows und ihre Bedeutung

Die Technik der Cornrows stammt aus Afrika. Der deutsche und englische Name verweist auf die Optik: Reihen, die an die dicht nebeneinanderliegenden Körner eines Maiskolbens erinnern. In vielen westafrikanischen Gesellschaften ließ sich an Muster und Anzahl der Reihen ablesen, woher jemand kam, welchen Familienstand oder welches Alter er hatte. Frisur war Information.

Rasta und die Rastafari-Bewegung

Rasta-Frisuren entstanden im Umfeld der Rastafari-Bewegung, die ihren Ursprung in Jamaika hat. Sie waren von Anfang an mehr als Optik: Sie standen für eine religiöse und politische Haltung. Wer sie heute trägt, sollte diesen Hintergrund zumindest kennen.

Zwischen Wertschätzung und Aneignung

Flechtfrisuren sind heute weltweit verbreitet, und das ist gut so. Der Unterschied zwischen Wertschätzung und Aneignung liegt weniger darin, wer eine Frisur trägt, als darin, ob man weiß, woher sie kommt, und ob man sie benennt, wie sie heißt.

Wir arbeiten in Berlin mit Kundinnen aus sehr unterschiedlichen Zusammenhängen. Was uns wichtig ist: die richtigen Namen für die richtigen Techniken und Handwerk, das der Herkunft gerecht wird.

Was davon heute noch zählt

Technisch fast alles. Die Art, wie eine Reihe geführt wird, wie Haar hinzugenommen wird, wie Spannung verteilt wird — das ist überliefertes Handwerk. Neu sind nur die Materialien und die Auswahl an Farben und Längen.

Fazit

Wer die Geschichte kennt, trifft bessere Entscheidungen — auch beim eigenen Kopf. Mehr über unsere Arbeit erfährst du unter afrikanische Flechtkunst.