Mit der Brasilianischen Methode kannst du deine Haare ganz normal waschen und föhnen. Ganz normal heißt aber nicht nebenbei, denn beim Waschen treffen Wasser, Reibung und Pflegeprodukte genau auf die Stelle, die du schützen willst: die Knoten am Ansatz. Die meisten Verfilzungen entstehen nicht im Alltag, sondern am Waschtag und direkt danach. In diesem Beitrag gehen wir die Routine Schritt für Schritt durch, vom Durchbürsten bis zum letzten Föhnstrich.

Warum Waschen bei Extensions anders ist

Drei Dinge unterscheiden deine Extensions beim Waschen von deinem Eigenhaar. Erstens bekommt das Echthaar keinen Talg von der Kopfhaut und trocknet deshalb schneller aus. Zweitens sitzt am Ansatz der Knoten aus elastischem Spezialfaden, an dem sich nasse Haare leichter verhaken als an glattem Haar. Drittens hält die Knotenstelle Feuchtigkeit länger als die Längen.

Eine Verfilzung ist ein festes Knäuel aus ausgefallenen Haaren, Eigenhaar und Extension, das sich am Knoten bildet. Sie entsteht, wenn Nässe, Reibung und die täglich ausgefallenen Haare zusammenkommen. Vermeiden lässt sie sich mit drei Regeln: vorher bürsten, aufrecht waschen, den Ansatz vollständig trocknen. Genau diese drei Regeln ziehen sich durch alle Schritte unten.

Vor dem Waschen: gründlich durchbürsten

Was trocken nur leicht verheddert ist, zieht sich im nassen Zustand zu einem festen Knötchen zusammen. Deshalb beginnt jede Wäsche mit der Bürste, nicht mit dem Wasser.

  1. Nimm eine spezielle Extension-Bürste ohne Noppen. Die Knoten sind klein und flach, trotzdem können sich Noppen daran verhaken.
  2. Teile das Haar grob in Partien, damit du auch die unteren Reihen erreichst.
  3. Beginne an den Spitzen und arbeite dich langsam nach oben.
  4. Halte die Strähnen am Ansatz mit der freien Hand fest, damit kein Zug auf die Knoten kommt.
  5. Fahre zum Schluss mit den Fingern die Knotenreihen entlang und löse kleine Knötchen vorsichtig mit den Fingern.

Schritt für Schritt: Haare waschen

Gewaschen wird im Stehen unter der Dusche, sodass das Wasser von oben nach unten durch das Haar läuft. Über Kopf fallen die Strähnen durcheinander und verheddern sich an den Knoten.

  1. Mach das Haar mit lauwarmem Wasser gründlich nass, immer von oben nach unten.
  2. Gib ein mildes, sulfatfreies Shampoo in die Hand und verteile es auf der Kopfhaut.
  3. Massiere die Kopfhaut mit den Fingerkuppen zwischen den Knotenreihen, ohne Fingernägel und ohne an den Knoten zu rubbeln.
  4. Reib die Längen nicht ein. Sie werden vom Schaum gereinigt, der beim Ausspülen durch das Haar läuft.
  5. Spüle gründlich aus, auch zwischen den Reihen, bis am Ansatz kein Schaum mehr sitzt.
  6. Drück das Wasser vorsichtig aus den Längen, ohne sie zu wringen.

Conditioner, Kur und Öl: nur in Längen und Spitzen

Weil das Echthaar keinen Talg bekommt, braucht es Pflege von außen. Die Knotenstellen sparst du dabei aus. Reichhaltige Produkte am Faden hinterlassen Rückstände, an denen sich Schmutz und ausgefallene Haare sammeln, und die Knoten verlieren ihre Griffigkeit.

  1. Verteile den Conditioner von der Mitte der Längen bis in die Spitzen und halte Abstand zu den Knoten.
  2. Kämme ihn mit den Fingern oder der Extension-Bürste sanft durch die Längen.
  3. Lass ihn kurz einwirken und spüle ihn gründlich aus.
  4. Einmal pro Woche ersetzt eine Kur den Conditioner.
  5. Ein paar Tropfen Öl gibst du erst ins handtuchtrockene Haar, und zwar nur in die Spitzen.

Welches Produkt wohin gehört, zeigt die Übersicht:

ProduktWohinWarum
Mildes, sulfatfreies ShampooKopfhaut zwischen den KnotenreihenReinigt, ohne das Echthaar unnötig auszutrocknen
ConditionerMitte der Längen bis in die SpitzenGlättet die Schuppenschicht und erleichtert das Entwirren
KurLängen und Spitzen, einmal pro WocheErsetzt die Pflege, die das Echthaar nicht über den Talg bekommt
ÖlSpitzen, wenige TropfenSchützt trockene Spitzen, zu viel beschwert das Haar
HitzeschutzLängen vor Föhnen, Glätten und LockenGeschädigtes Echthaar erholt sich nicht
Kein Conditioner und kein ÖlKnotenstellenKeine Rückstände am Faden, die Knoten bleiben griffig

Trocknen und föhnen: erst die Knoten, dann die Längen

Nach dem Waschen kommt der wichtigste Teil. Die Längen trocknen auch an der Luft, die Knotenstellen nicht zuverlässig. Deshalb gilt: Der Ansatz wird immer geföhnt, und zwar zuerst.

  1. Drück das Haar mit einem weichen Handtuch aus. Nicht rubbeln und keinen fest gedrehten Turban wickeln, beides zieht an den Knoten.
  2. Gib Hitzeschutz in die Längen.
  3. Föhne zuerst den Ansatz und die Knotenstellen bei milder Temperatur. Heb dazu Reihe für Reihe an, damit die Luft auch an die unteren Knoten kommt.
  4. Prüfe mit den Fingern, ob die Knoten wirklich trocken sind. Fühlen sie sich kühl oder klamm an, föhne nach.
  5. Erst dann föhnst du die Längen, am besten von oben nach unten. So legen sich die Schuppen an, und das Haar glänzt.
  6. Zum Schluss einmal sanft mit der Extension-Bürste durchbürsten.

Glätteisen und Lockenstab kannst du wie gewohnt benutzen, immer mit Hitzeschutz und mit etwas Abstand zu den Knoten. Setz das heiße Gerät nie direkt auf den Faden.

Ansatz färben: Farbe gründlich aus den Knoten spülen

Den Ansatz deines Eigenhaares kannst du trotz der Knoten färben. Beim Ausspülen gilt dann besondere Sorgfalt, damit keine Farbreste am Faden bleiben.

  1. Die Farbe kommt nur auf den Ansatz, nicht auf die Extensions.
  2. Spüle nach der Einwirkzeit so lange, bis das Wasser auch an den Knotenstellen klar bleibt.
  3. Wasch danach mit mildem Shampoo, wie oben beschrieben.
  4. Föhne die Knotenstellen vollständig trocken.

Mehr dazu in der Antwort auf die Frage, ob du die Haare trotz der Knoten färben kannst. Die Extensions selbst solltest du nicht ohne Rücksprache färben, denn jede chemische Behandlung greift die Schuppenschicht an. Warum das Lebensdauer kostet, erklärt der Beitrag zur Echthaar-Qualität bei der Brasilianischen Methode.

Häufige Fragen

Wie oft sollte ich meine Haare waschen?

Eine feste Zahl gibt es nicht, denn das hängt von deiner Kopfhaut, deinem Sport und deinem Alltag ab. Grundsätzlich gilt: so oft wie nötig, so sanft wie möglich. Jede Wäsche bedeutet auch Reibung, deshalb bringt es nichts, öfter zu waschen als nötig.

Darf ich meine Haare an der Luft trocknen lassen?

Die Längen ja, den Ansatz nicht. Die Knotenstellen trocknen an der Luft nur langsam, und genau dort entstehen Verfilzungen. Föhne den Ansatz deshalb immer, auch wenn du die Längen lufttrocknen lässt. Mit feuchtem Ansatz ins Bett zu gehen, ist einer der typischen Pflegefehler.

Was mache ich nach dem Schwimmen?

Spüle Chlor- oder Salzwasser direkt mit klarem Wasser aus und gib etwas Conditioner in die Längen. Danach gilt dieselbe Regel wie nach jeder Wäsche: Ansatz vollständig trocknen. Mehr zu Training, Schwimmen und Urlaub liest du im Beitrag Brasilianische Methode im Alltag: Schlafen, Sport und Urlaub.

Wann muss ich zum Rebonding?

Nach 8 bis 12 Wochen. Dann sind die Knoten mit deinem Haar herausgewachsen, und beim Rebonding werden sie wieder nah an den Ansatz gesetzt. Eine gute Waschroutine sorgt dafür, dass die Strähnen dabei in gutem Zustand sind und weiterverwendet werden können.

Fazit

Extensions der Brasilianischen Methode zu waschen, ist kein Hexenwerk. Vorher bürsten, aufrecht waschen, Pflege nur in die Längen, den Ansatz zuerst und vollständig föhnen: Mit dieser Reihenfolge verhinderst du die meisten Verfilzungen und schützt dein Echthaar für viele weitere Einsätze. Die Grundregeln findest du in den 10 Pflegetipps für die Brasilianische Methode, alle weiteren Beiträge im Ratgeber zur Brasilianischen Methode. Bist du unsicher, ob die Methode zu deinem Haar passt, melde dich für die kostenlose Beratung per WhatsApp an 0175 8629759. Alles zur Leistung steht auf der Seite zur Brasilianischen Methode.