Ein Elastikfaden ist der dehnbare Spezialfaden, mit dem bei der Brasilianischen Methode jede Echthaarsträhne an einer kleinen Partie deines Eigenhaares festgeknotet wird. Er besteht aus einer Polyamid-Mischung oder aus Latex, ist hautverträglich und enthält kein Metall.
Elastikfaden einfach erklärt
Jede Haarverlängerung braucht eine Verbindung zwischen Eigenhaar und Extension. Bei Tape-In ist das ein Klebestreifen, beim Bonding eine Keratin- oder Kleberverbindung, die mit Hitze gesetzt wird, bei Microringen ein kleiner Metallring. Bei der Brasilianischen Methode ist es ein Faden: Er wird um Eigenhaar und Strähne gewickelt und verknotet. Kein Kleber, keine Hitze, keine Chemie.
Das Besondere ist die Elastizität. Eine starre Verbindung gibt jeden Ruck ungebremst an dein Eigenhaar weiter. Der Elastikfaden dehnt sich bei einem plötzlichen Zug minimal und nimmt so einen Teil der Kraft heraus, ähnlich wie ein Stoßdämpfer. Deshalb nennen wir ihn das Herzstück der Methode.
Die Verbindungen im Vergleich:
| Verbindung | Material | Verhalten bei Zug | Entfernen |
|---|---|---|---|
| Elastikfaden (Brasilianische Methode) | Polyamid-Mischung oder Latex | Elastisch, federt Zugspitzen ab | Faden aufschneiden, keine Rückstände |
| Microring | Kleiner Metallring | Starr | Ring muss wieder geöffnet werden |
| Bonding | Keratin oder Kleber, mit Hitze verbunden | Starr nach dem Aushärten | Verbindung muss gelöst werden |
| Tape-In | Klebestreifen | Flächig verklebt | Kleber muss gelöst werden |
Wie sich die Methoden im Alltag unterscheiden, liest du im ehrlichen Methodenvergleich.
So funktioniert es in der Praxis
Der Elastikfaden begleitet deine Extensions durch jede Phase:
- Einsetzen: Wir teilen eine kleine Partie Eigenhaar ab, legen die passende Strähne an und befestigen beides nah am Ansatz mit dem Faden. Der Knoten ist klein und flach und wird vom Deckhaar verdeckt.
- Tragen: Bis zum nächsten Termin hält der Knoten die Strähne. Bei jeder Bewegung federt der Faden minimal mit.
- Nach 8 bis 12 Wochen: Ist der Knoten herausgewachsen, wird beim Rebonding der Faden aufgeschnitten und die Strähne mit frischem Faden wieder nah am Ansatz gesetzt.
- Entfernen: Soll die Strähne ganz heraus, wird der Faden mit einer kleinen Schere aufgeschnitten. Die Strähne löst sich, und es bleiben keine Rückstände im Haar.
Wie wir die Partien dabei abteilen und verteilen, erklärt der Beitrag Strähnen abteilen und platzieren. Warum der Knoten den Haarfollikel schont, liest du im Beitrag Knoten, Zug, Follikel.
Worauf du achten solltest
- Allergien vorher ansprechen: Der Faden ist hautverträglich. Hast du eine bekannte Latexallergie, sag uns das unbedingt vor dem Termin. Mehr dazu in der Antwort auf die Frage, ob es eine Allergiegefahr durch die Fäden gibt.
- Keine Pflegeprodukte auf den Faden: Conditioner und Öl gehören in Längen und Spitzen. Rückstände am Faden machen die Knoten weniger griffig.
- Nach Chlor, Salz und Farbe ausspülen: Nach dem Schwimmen spülst du mit klarem Wasser aus, nach dem Ansatzfärben die Farbe gründlich aus den Knotenstellen.
- Knotenstellen trocken halten: Föhne nach jeder Wäsche zuerst den Ansatz, damit dort keine Feuchtigkeit bleibt.
- Nicht selbst schneiden: Das Aufschneiden gehört in den Salon, sonst erwischt die Schere schnell auch Eigenhaar.
Häufige Irrtümer
Elastisch heißt locker
Nein. Der Knoten sitzt fest und gibt bei einem Ruck nur minimal nach. Genau das schützt dein Eigenhaar. Dass die Verbindung im Alltag hält, zeigt die Haltbarkeit von 8 bis 12 Wochen.
Wenn ein Faden nachgibt, lösen sich alle Strähnen
Nein. Jede Strähne hat ihren eigenen Knoten. Lockert sich einmal einer, betrifft das nur diese eine Strähne. Wir setzen sie in wenigen Minuten neu, alle anderen bleiben, wie sie sind.
Den Faden sieht und spürt man ständig
Die Knoten sind klein und flach und sitzen unter dem Deckhaar. Beim Einsetzen spürst du meist einen leichten Druck, nach 24 bis 48 Stunden hast du dich daran gewöhnt. Zum Bürsten nimmst du eine Extension-Bürste ohne Noppen, damit nichts an den Knoten hängen bleibt.
Verwandte Begriffe
- Knoten: die Verbindung aus Faden, Eigenhaar und Strähne, erklärt im Lexikon zur Brasilianischen Methode.
- Polyamid und Latex: die beiden Materialien, aus denen der Faden bestehen kann, ebenfalls im Lexikon erklärt.
- Rebonding: das Hochsetzen nach 8 bis 12 Wochen, siehe Was ist Rebonding?
- Microring: die starre Metallverbindung anderer Methoden, eingeordnet im Methodenvergleich.
- Knotentechnik: Zug, Hebel und Follikel, siehe Knoten, Zug, Follikel.
Häufige Fragen
Kann ich mit dem Elastikfaden schwimmen und Sport machen?
Ja. Die Brasilianische Methode gilt als die sporttauglichste Methode. Spüle nach Chlor- oder Salzwasser mit klarem Wasser aus und trockne die Knotenstellen gründlich.
Kann ich meinen Ansatz trotz der Fäden färben?
Ja, das ist möglich. Wichtig ist, die Farbe danach gründlich aus den Knotenstellen auszuspülen, damit keine Reste am Faden bleiben.
Warum hält ein Faden ohne Kleber überhaupt?
Weil er nicht klebt, sondern knotet. Der Faden wird fest um Eigenhaar und Strähne gewickelt und verknotet, der Halt entsteht rein mechanisch. Damit das sicher greift, braucht dein Eigenhaar eine Mindestlänge von etwa 8 bis 10 Zentimetern.
Fazit
Der Elastikfaden ist der Grund, warum die Brasilianische Methode ohne Kleber, Hitze und Chemie auskommt: Er hält jede Strähne mechanisch, federt Zugspitzen ab und lässt sich zum Rebonding oder Entfernen einfach aufschneiden, ohne Rückstände. Ob die Methode zu deinem Haar passt, klären wir in der kostenlosen Beratung. Schick uns dafür am besten ein Foto von deinem Haar per WhatsApp an 0175 8629759. Alles zur Leistung steht auf der Seite zur Brasilianischen Methode, alle weiteren Beiträge findest du im Ratgeber zur Brasilianischen Methode.