Bei der Brasilianischen Methode entscheidet nicht allein der Knoten darüber, ob deine Extensions natürlich aussehen, sondern vor allem die Arbeit davor: das Abteilen und Platzieren der Strähnen. Wo sitzt welche Strähne, wie dick ist sie, wie weit liegt die nächste Reihe entfernt? Diese Fragen entscheiden, ob man Übergänge sieht, ob das Gewicht sauber verteilt ist und ob dein Eigenhaar die Last gut trägt. In diesem Masterwissen-Beitrag zeigen wir dir das Handwerk dahinter. Wie der Knoten selbst wirkt und warum er dein Haar schont, erklärt unser Beitrag Knoten, Zug, Follikel.

Was Abteilen und Platzieren bedeutet

Abteilen ist das Aufteilen des Eigenhaares in kleine, klar begrenzte Partien, an denen jeweils eine Extension-Strähne mit dem elastischen Spezialfaden befestigt wird. Platzieren heißt festzulegen, wo am Kopf diese Partien liegen, in welchen Reihen und mit welchem Abstand. Beides passiert bei der Brasilianischen Methode von Hand, Partie für Partie. Ein fertiges Raster, das für jeden Kopf passt, gibt es nicht, denn Haardichte, Wirbel, Scheitel und Haarlinie sind bei jeder Kundin anders.

Das Ziel ist trotzdem immer dasselbe. Jede Strähne soll so sitzen, dass sie vom Eigenhaar verdeckt wird, dass sie die Partie darunter nicht überlastet und dass sich das Gesamtgewicht gleichmäßig über den Kopf verteilt. Wird eines dieser drei Ziele verfehlt, sieht man es entweder sofort, oder man spürt es nach ein paar Tagen.

Die Kopfzonen und was sie tragen können

Nicht jede Stelle am Kopf ist gleich belastbar. Bevor die erste Strähne gesetzt wird, schauen wir uns deshalb die einzelnen Zonen an. Die Übersicht zeigt, worauf es wo ankommt:

ZoneTypisches EigenhaarWorauf wir beim Platzieren achten
Unterer Hinterkopf über dem NackenMeist dicht und gut geschütztHier beginnen die Reihen, hier kann am meisten Gewicht liegen
Oberer HinterkopfDicht, beim Zopf teilweise sichtbarDie Reihen enden mit genug Abstand zum Deckhaar
Seiten über den OhrenOft etwas feinerFeinere Strähnen, Abstand zu den Schläfen halten
Oberkopf und ScheitelDeckhaar, das oben aufliegtBleibt frei, weil es die Knoten verdeckt
Konturen an Stirn, Schläfen und NackenhaarlinieHäufig fein und empfindlichBleiben frei, damit nichts sichtbar ist und kein Zug entsteht

Die Konturen bleiben grundsätzlich frei. Das hat zwei Gründe: Dort würden Knoten beim Zopf sofort auffallen, und das feine Haar an Stirn und Schläfen reagiert am empfindlichsten auf dauerhaften Zug. Wer hier spart, riskiert eine dünner werdende Haarlinie. Der Hinterkopf dagegen ist die Zone, in der sich die Last der Brasilianischen Methode am besten verteilen lässt.

Sauber abteilen: gerade Linien, gleichmäßige Partien

Sauberes Abteilen beginnt mit dem Wegstecken. Das Deckhaar und alle Partien oberhalb der aktuellen Reihe werden hochgesteckt, sodass nur die Reihe frei liegt, an der gerade gearbeitet wird. Dann wird mit dem Stielkamm eine gerade Linie gezogen, aus der die einzelnen Partien nacheinander abgenommen werden.

Entscheidend ist, dass die Partien gleichmäßig sind. Nimmt man an einer Stelle zu viel Eigenhaar und an der nächsten zu wenig, trägt die kleine Partie später dieselbe Strähne wie die große. Das spürst du als Ziepen, und optisch zeigt es sich als Lücke oder als Knoten, der durchschimmert. Ebenso wichtig ist eine saubere Trennung: Einzelne Haare aus der Nachbarpartie, die mit in den Knoten geraten, werden beim Wachsen schräg gezogen und begünstigen Verfilzungen.

So läuft das Abteilen einer Reihe Schritt für Schritt ab:

  1. Deckhaar und alle oberen Partien hochstecken.
  2. Mit dem Stielkamm eine gerade Linie ziehen, parallel zur vorherigen Reihe.
  3. Eine Partie abnehmen, deren Dicke zur geplanten Strähne passt.
  4. Lose Haare der Nachbarpartien zurückkämmen, damit nichts mitgeknotet wird.
  5. Die Strähne ansetzen, knoten und erst dann die nächste Partie abnehmen.

Die Strähnendicke ans Eigenhaar anpassen

Die wichtigste Regel beim Platzieren lautet: Die Strähne richtet sich nach der Partie, nicht umgekehrt. Bei der Brasilianischen Methode werden die Extension-Strähnen von Hand abgeteilt, und ihre Dicke passen wir an dein Eigenhaar an. Kräftiges, dichtes Haar kann eine etwas dickere Strähne tragen. Feines Haar bekommt feinere Strähnen, dafür mehr davon.

Mehr, aber feinere Strähnen verteilen das Gewicht auf mehr Partien und damit auf mehr Haarwurzeln. Wenige dicke Strähnen würden die Last auf wenige Stellen konzentrieren. Deshalb gibt es keine feste Zahl an Strähnen, die für jede Kundin gilt. Eine Orientierung liefert die Menge in Gramm: Für eine reine Verdichtung reichen oft 100 bis 150 Gramm, eine komplette Verlängerung bei normalem Eigenhaar liegt meist bei etwa 150 bis 200 Gramm. Wie viele Strähnen daraus werden, hängt von deinem Haar ab. Mehr dazu in der Antwort auf die Frage, wie viele Strähnen eine komplette Verlängerung braucht.

Besonders bei feinem oder dünnem Haar ist diese Anpassung der Kern der Arbeit. Was dort möglich ist und wo die Grenzen liegen, liest du im Beitrag Brasilianische Methode bei feinem und dünnem Haar.

Reihen planen: Abstand, Versatz und Deckhaar

Waagerechte Reihen von unten nach oben

Gearbeitet wird in waagerechten Reihen, die unten am Hinterkopf beginnen und nach oben wandern. So liegt jede neue Reihe über der vorherigen und deckt deren Knoten ab. Wie viele Reihen es werden, hängt von der Menge, deiner Haardichte und deinem Wunsch ab.

Der Abstand zwischen den Reihen

Zwischen zwei Reihen muss genug Eigenhaar liegen, um die untere Reihe zu verdecken. Liegen die Reihen zu dicht, entsteht am Ansatz ein Wulst, und die Knoten drücken aufeinander. Liegen sie zu weit auseinander, fallen die Extensions in Stufen, und zwischen den Reihen fehlt Fülle. Einen Zentimeterwert, der für jeden Kopf passt, gibt es nicht. Der richtige Abstand ergibt sich aus der Dichte deines Haares.

Versetzt statt in einer Linie

Von Reihe zu Reihe werden die Strähnen leicht versetzt gesetzt, ähnlich wie Ziegel in einer Mauer. Stehen alle Knoten exakt übereinander, bilden sich Linien, durch die man beim Bewegen des Kopfes hindurchsehen kann. Versetzt verteilt sich die Fülle gleichmäßiger, und es entstehen keine Schneisen.

Genug Deckhaar oben lassen

Die oberste Reihe endet mit ausreichend Abstand zum Scheitel. Das Deckhaar darüber bleibt frei und fällt wie ein Vorhang über die Knoten. Es ist die beste Tarnung, die es gibt. Wird zu weit oben gearbeitet, schimmern die Knoten durch, sobald Wind ins Haar fährt oder du den Kopf neigst.

Platzierung nach deinem Alltag: Scheitel, Zopf, Hochsteckfrisur

Ein natürliches Ergebnis heißt nicht nur, dass es bei offenem Haar gut aussieht. Die Platzierung muss auch zu der Art passen, wie du dein Haar trägst. Deshalb fragen wir vor dem Einsetzen nach deinen Gewohnheiten:

  • Scheitel: Wo liegt er, und wechselst du ihn? Wer den Scheitel gern wechselt, braucht oben eine etwas größere freie Zone.
  • Zopf: Trägst du oft einen hohen Zopf, müssen Konturen und obere Reihen so geplant sein, dass beim Hochnehmen nichts durchblitzt.
  • Hochsteckfrisuren: Steckst du dein Haar häufig hoch, achten wir besonders darauf, dass die Knoten auch von unten und von der Seite verdeckt bleiben.
  • Wirbel: Ein Wirbel verändert die Wuchsrichtung. Strähnen, die gegen die Wuchsrichtung sitzen, stehen ab. Am Wirbel folgt die Platzierung deshalb der natürlichen Richtung deines Haares.

Erzähl uns das beim Termin ruhig ausführlich. Für das Platzieren ist es genauso wichtig wie die Menge. Wie dein erster Termin abläuft, von der Beratung bis zum Einsetzen, zeigt der Beitrag Dein erster Termin für die Brasilianische Methode.

Verdichten oder verlängern: zwei verschiedene Platzierungen

Wo die Strähnen sitzen, hängt auch vom Ziel ab. Bei einer Verlängerung geht es um Länge: Die Strähnen verteilen sich über Hinterkopf und Seiten, damit die neue Länge rundum gleichmäßig fällt. Bei einer Verdichtung geht es um Fülle: Hier werden die Strähnen gezielt dort gesetzt, wo dein Haar dünner ist oder Volumen fehlt, und ihre Länge orientiert sich eher an deiner eigenen.

Beide Varianten folgen denselben Regeln für Partien, Reihen und Konturen. Der Unterschied liegt in der Verteilung und in der Menge. Welche Variante zu dir passt und welche Grammzahl dafür sinnvoll ist, vergleichen wir im Beitrag Verdichtung oder Verlängerung mit der Brasilianischen Methode.

Der Übergang: Farbe, Fall und Länge

Selbst perfekt platzierte Strähnen fallen auf, wenn Farbe oder Fall nicht passen. Deshalb gehört zum Platzieren auch der Abgleich. Die Farbe der Strähnen wird an dein Eigenhaar angepasst, am besten bei Tageslicht und an mehreren Stellen, weil Haar am Ansatz, in den Längen und in den Spitzen oft unterschiedlich hell ist. Bei mehrfarbigem Haar kann es sinnvoll sein, Strähnen in zwei Nuancen zu kombinieren.

Auch der Fall spielt eine Rolle. Die Strähnen folgen der natürlichen Fallrichtung deines Haares, damit sie mit ihm mitschwingen und nicht wie ein Fremdkörper wirken. Wo nötig, gleicht ein Schnitt am Ende die Längen an, damit Eigenhaar und Extensions ineinander übergehen.

Woran du eine gute Platzierung erkennst

Du musst kein Profi sein, um die Arbeit zu beurteilen. Diese Punkte kannst du selbst prüfen:

  • Bei offenem Haar siehst du keine Knoten, auch nicht, wenn du den Kopf neigst oder mit den Fingern durchfährst.
  • Du kannst einen Zopf binden, ohne dass an Stirn, Schläfen oder Nacken Knoten sichtbar werden.
  • Nach 24 bis 48 Stunden ist das anfängliche Druckgefühl verschwunden. Ziept es an einer Stelle länger, ist die Strähne dort vermutlich zu schwer für ihre Partie.
  • Die Fülle wirkt rundum gleichmäßig, ohne Stufen, Lücken oder einseitiges Gewicht.
  • Die Extension-Bürste gleitet durch die Längen, ohne an den Knoten hängen zu bleiben.

Fällt dir etwas davon auf, melde dich bei uns. Einzelne Strähnen lassen sich gezielt korrigieren, ohne dass die anderen betroffen sind.

Häufige Fragen

Warum dauert das Einsetzen so lange?

Weil jede Partie einzeln abgeteilt, geprüft und geknotet wird. Bei 100 Gramm dauert der Termin laut unserer Preisliste etwa zwei Stunden, bei 400 Gramm etwa drei Stunden und 45 Minuten.

Kann ich meinen Scheitel nach dem Einsetzen noch wechseln?

In gewissen Grenzen ja, wenn wir es beim Platzieren wissen. Wer seinen Scheitel regelmäßig wechselt, bekommt oben eine größere freie Zone. Ein kompletter Wechsel, etwa vom Mittelscheitel zum tiefen Seitenscheitel, kann aber Knoten freilegen. Sprich das deshalb vor dem Einsetzen an.

Werden die Strähnen beim Rebonding an dieselbe Stelle gesetzt?

Nicht zwingend. Beim Rebonding nach 8 bis 12 Wochen lösen wir die Strähnen, kämmen ausgefallene Haare aus und setzen die Knoten wieder nah an den Ansatz. Dabei schauen wir uns die Platzierung neu an. Hat sich dein Haar verändert oder trägst du es inzwischen anders, passen wir die Verteilung an.

Können Strähnen auch am Oberkopf gesetzt werden?

Oberkopf und Deckhaar bleiben in der Regel frei, weil sie die Knoten verdecken. Bei einer gezielten Verdichtung kann es sinnvoll sein, auch weiter oben zu arbeiten, dann mit besonders feinen Strähnen und immer so, dass genug Eigenhaar darüber liegt. Ob das bei dir geht, sehen wir in der Beratung.

Fazit

Ein natürliches Ergebnis mit der Brasilianischen Methode entsteht durch Handwerk: saubere Partien, Strähnen passend zum Eigenhaar, versetzte Reihen, freie Konturen und genug Deckhaar darüber. Dazu kommt eine Platzierung, die zu deinem Alltag passt. Welche Menge und welche Verteilung für dein Haar sinnvoll sind, klären wir in der kostenlosen Beratung, am einfachsten per WhatsApp an 0175 8629759 mit einem Foto von deinem Haar. Alles zur Leistung findest du auf der Seite zur Brasilianischen Methode, alle weiteren Beiträge im Ratgeber zur Brasilianischen Methode.